Therapie bei Schmerzen am Weisheitszahn

Weisheitszahn OP 

Therapie bei Schmerzen am Weisheitszahn

In der Regel müssen Weisheitszähne entfernt werden, wenn diese Zahnschmerzen verursachen. Nach der Weisheitszahn-OP können Kieferschmerzen auftreten.

Durchbruchsstörung – wenn der Weisheitszahndurchbruch gestört ist

Bei dem Phänomen der Perikoronitis/Dentitio difficilis (erschwerter Zahndurchbruch) kann der Zahn die Kauebene nicht hindernisfrei erreichen (siehe auch Ursache: Weisheitszahn). Meist ist der Kiefer zu klein für den achten Zahn (= Weisheitszahn). Partiell durchgebrochene Weisheitszähne stellen eine Eintrittspforte für Bakterien in das Weichgewebe dar. Eine perikoronare Entzündung (Schlupfwinkelinfektion) kann die Folge sein. Betroffene beschreiben oft puckernde Schmerzen, die bis zum Ohr und in den Oberkiefer ausstrahlen können.

Kieferschmerzen durch eine Perikoronitis

Um die Schmerzen der entzündeten durchbrechenden Weisheitszähne zu lindern, ist der Besuch beim Zahnarzt und eine Therapie unerlässlich. Nach der Betäubung wird Ihr Behandler die Eintrittspforte, also den Raum zwischen Zahn und Zahnfleisch, reinigen. Die Entfernung von Zahnfleisch kann ebenfalls notwendig werden, um einen Abfluss für infiziertes Sekret zu schaffen. Nach der Reinigung des infizierten Gebietes zwischen Zahnfleisch und Zahn von Speisresten, Plaque und Eiter, wird ein „Streifen“ in die Wunde gelegt. Dieser Streifen wirkt als Drainage. Auch nach der Behandlung kann Sekret weiterhin abfließen. Und die Desinfektion der Wunde zu gewährleisten, sind in der Zahnmedizin verwendete Streifen oft mit Aureomycin oder Jodoformpasta bestrichen. Das Wundgebiet muss innerhalb der nächsten Tage, meist aber sogar schon am Folgetag, kontrolliert werden. Der Streifen sollte spätestens nach drei Tagen entfernt werden.

Ist das Allgemeinbefinden eines Patienten stark eingeschränkt oder besteht der Verdacht einer Ausbreitung der Entzündung, kann eine Antibiose notwendig werden. Der Nutzen von der Einnahme eines Antibiotikums wird in jedem Fall individuell besprochen und nicht standardisiert verschrieben. Das Schmerzmittel der Wahl ist Ibuprofen, soweit keine Kontraindikationen bestehen.

In den meisten Fällen wird bei einer Perikoronitis (Entzündung zwischen dem durchbrechendem Zahn und den bedeckenden Weichteilen) mittelfristig die Entfernung des betroffenen Weisheitszahns notwendig. Die Erfahrung zeigt, dass sich infizierte Weisheitszähne häufig reinfizieren. Nach erfolgreicher Therapie der Perikorontitis kann für die 8 er Entfernung ein geeigneter Zeitpunkt gewählt werden. Eine sofortige Extraktion kann, je nach Entzündungsstadium, ebenfalls in Erwägung gezogen werden. Der behandelnde Arzt wird bei der Entfernung von Weisheitszähnen in der akuten Entzündungsphase entscheiden, ob die Gabe von Antibiotika sinnvoll ist oder nicht.

Die häusliche Mundhygiene sollte trotz einer schmerzhaften Perikoronitis auf keinen Fall leiden. Zusätzlich kann mit Mundspüllösungen gespült werden. Antibakterielle Gels, die direkt auf die betroffene Stelle appliziert werden, finden ebenfalls Anwendung. 

Beschwerden am Weisheitszahn – Schmerzmittel

Ibuprofen ist das Schmerzmittel der Wahl. Von Acetylsalicylsäure (ASS) als Wirkstoff, vor allem unter dem Handelsnamen Aspirin bekannt, sollte abgesehen werden. Acetylsalicylsäure hemmt irreversibel die Thrombozytenaggregation. Die Blutgerinnung ist durch ASS kurzfristig unumkehrbar gehemmt. Kurzum: es hört nicht auf zu bluten und der Zahnarzt wird es vermeiden, chirurgisch tätig zu werden. Sollten Sie Aspirin eingenommen haben oder gehört Aspirin zur Blutverdünnung zu Ihrer täglichen Medikation, müssen Sie dies unbedingt Ihrem behandelnden Arzt mitteilen.

Weisheitszahnentfernung

Wenn die Weisheitszähne im Durchbruch wehtun, entzündet sind oder einfach keinen Platz haben und sogar eine Gefahr für die Nachbarzähne darstellen, müssen sie meist entfernt werden. Mit einer Lokalanästhesie (Spritze) wird das Operationsgebiet betäubt, so dass das Entfernen der Weisheitszähne meist beschwerdefrei möglich ist. Es sei allerdings erwähnt, dass Druck und Vibration trotz Spritze spürbar sind. 

Weisheitszahn Röntgenbild

Zahn 48 (blauer Kreis) steht nicht regelrecht im Kiefer. Der Zahn 48 stellt eine Gefahr für den Zahn 47 dar. Auf einer zweidimensionalen Röntgenaufnahme kann allerdings schwer beurteilt werden, ob der Zahn 48 den Zahn 47 resorbiert hat.

Bei der Weisheitszahnentfernung muss unterschieden werden, ob ein Weisheitszahn mit der Krone in die Mundhöhle ragt, oder, ob er noch teilweise bzw. ganz im Knochen steckt. Man spricht diesbezüglich von retinierten bzw. teilretinierten Weisheitszähnen. Vor einer Weisheitszahnoperation muss auch beurteilt werden wie die Wurzeln beschaffen sind. Gibt es feine abgewinkelte Wurzelspitzen, die abbrechen können? Sind mehrere Wurzeln vorhanden, so dass eine Teilung des Zahnes notwendig wird? Oder hat der Zahn eine regelrechte Morphologie und kann leicht entfernt werden? Welche Nachbarstrukturen sind in der Nähe? Besteht die Gefahr der Verletzung des N. alveolaris inferior? Um solche  Fragen genau klären zu können, bieten sich eine DVT-Aufnahme an. DVT steht für digitale Volumentomographie und stellt die Kiefer im dreidimensionalen Raum dar. Anatomische Gegebenheiten können ohne Überlagerungen und in großer dimensionstreue dargestellt werden. Diese dreidimensionalen Aufnahmen sind nicht bei jeder Weisheitszahnentfernung nötig. Gerade beim Entfernen von Weisheitszähnen im Unterkiefer, die in einer engen räumlichen Beziehung zum N. alveolaris inferior stehen, kann eine DVT wichtige anatomische Anhaltspunkte für den Operateur liefern, um intraoperativ den Nerv nicht zu schädigen.

Weisheitszahnoperation

Liegen die Weisheitszähne regelrecht und schauen mit der Zahnkrone schon in die Mundhöhle, ist die Extraktion (Entfernung) meist unproblematisch. Sind die Weisheitszähne noch vollständig im Knochen und eventuell zusätzlich quer liegend, ist das Entfernen aufwendiger. Der behandelnde Arzt muss das Zahnfleisch aufklappen um den Knochen, der den Weisheitszahn umgibt, entfernen zu können. Man spricht von einer Osteotomie. Erst, wenn der Zahn völlig dargestellt ist (frei von Knochen), kann er entfernt werden. Häufig müssen Zähne in mehrere Teile getrennt werden, da sie sonst nicht herausgenommen werden können. Dieser Eingriff kann einige Zeit in Anspruch nehmen und durch die Verletzung des Periosts (=Knochenhaut) sind Schwellung und Schmerz häufig ausgeprägter als bei einer reinen Extraktion (Ziehen eines Zahnes ohne das Entfernen von Knochen). 

Komplikationen der Weisheitszahnoperation

Jeder behandelnde Zahnarzt oder Oralchirurg wird sich vor einer anstehenden Extraktion ausführlich Zeit für eine individuelle auf den Patientenfall abgestimmte Aufklärung nehmen. Meist wird anhand von Röntgenbildern der Operationsablauf erörtert. Des Weiteren werden Alternativen zur Operation ausführlich besprochen.

Während eines operativen Eingriffs im Mund- Kieferbereich kann es immer zu Weichteilkomplikationen kommen. Darunter versteht man vor allem die Quetschung oder das Zerreißen von Haut und Zahnfleisch. Gerade bei der Entfernung von Weisheitszähnen muss oft rabiat an den Mundwinkeln gezogen werden, damit der Arzt einen guten Überblick über sein Operationsgebiet hat. Blaue Flecken und Schwellungen können die Folge sein. Des Weiteren können Nachbarstrukturen verletzt werden. In erster Linie ist hier die Verletzung von Nachbarzähnen zu nennen.

Verbindung zur Kieferhöhle nach einer Extraktion im  Oberkiefer

Das Eröffnen der Kieferhöhle bei der Entfernung von Oberkiefer Seitenzähnen ist eine typische und häufige Komplikation. Man spricht von einer Mund-Antrum-Verbindung (MAV), wenn nach einer Extraktion die keimbesiedelte Mundhöhle mit der Kieferhöhle verbunden ist. Dies kommt durch die anatomische Nähe von Wurzelspitzen in die Kieferhöhle zustande. Das chirurgische Verschließen dieser Verbindung wird notwendig. Patienten dürfen im Anschluss nicht schnäuzen, tauchen oder fliegen und bekommen in der Regel Antibiotika sowie abschwellende Nasentropfen verschrieben.

Therapie Weisheitszahn Röntgenbild

Enge Assoziation des Weisheitszahns 18 (gelb umrandet) zur Kieferhöhle (blau umrandet)

Schädigung des Nervs bei der Weisheitszahnentfernung im Unterkiefer

Die Nervenverletzung des N. alveolaris inferior und/oder des N. lingualis (Äste des N. trigeminus) ist eine schwere, aber nicht auszuschließende Komplikation bei einer Weisheitszahn OP im Unterkiefer. Sowohl der N. alveolaris inferior als auch der N. lingualis gehen aus dem Nervus mandibularis hervor. Der Nervus mandibularis ist der dritte Ast des fünften Hirnnervs (N. trigeminus). Der N. alveolaris inferior innerviert sensibel die Unterkieferzähne sowie das Kinn und die Unterlippe der jeweiligen Seite. Bei Verletzung des N. alveolaris inferior hat der Patient auch nach dem Abklingen der Anästhesie ein Taubheitsgefühl im Kinn- und Lippenbereich der jeweiligen Seite. Motorische Einschränkungen (Lähmungserscheinungen) sind mit der Verletzung des N. alveolaris inferior nicht verbunden. Es findet somit auch keine Beeinflussung der Mimik statt. Der N. lingualis versorgt sensibel die vorderen beiden Drittel der Zunge. Sensibel bedeutet, dass der Nerv nicht für die Bewegung der Zunge zuständig ist, sondern für das Empfinden von Druck, Temperatur und Schmerz. Bei Verletzung des N. lingualis können Patienten  Druck, Temperatur und Schmerz in den beiden vorderen Dritteln der Zunge nicht mehr spüren. Des Weitern kann der Geschmackssinn beeinträchtig sein (süß, sauer, salzig). In den meisten Fällen ist eine solche Gefühlsstörung nur vorrübergehend. Sehr selten bleibt die Taubheit dauerhaft. Zur Verletzung des Unterkiefernervs kann es auch gelegentlich bei der Leitungsanästhesie (Spritze) im Unterkiefer kommen, die für einen chirurgischen Eingriff notwendig ist.

Therapie Weisheitszahn Röntgenbild

Enge Assoziation des Zahnes kariös zerstörten Zahnes 48 (blau umrandet) zum Nervus alveolaris inferior. Eine dreidimensionale Aufnahme (DVT) gibt wichtige Informationen zur genauen anatomischen Beziehung zwischen Nerv und Zahn.

Weisheitszahnentfernung in Vollnarkose

Viele Patienten haben große Angst vor zahnmedizinischen Eingriffen. Wer sich nicht vorstellen kann mit einer örtlichen Betäubung die Weisheitszähne entfernen zu lassen, kann die Operation in Vollnarkose durchführen lassen. In ITN (Intubationsnarkose) werden meist alle vier 8er auf einmal gezogen. Sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt auf diese Behandlungsmöglichkeit an. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen das Entfernen von Weisheitszähnen in Vollnarkose meistens nicht. Bei der Entfernung der Weisheitszähne in Vollnarkose handelt es sich um eine IGeL Leistung. Darunter versteht man Diagnose- und Behandlungskosten, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören. Alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur ausreichende, wirtschaftlich angemessene und zweckmäßige ärztliche Leistungen. Aus diesem Grund müssen die Kosten für die Entfernung der Weisheitszähne in Vollnarkose in der Regel vom Patienten getragen werden. Bei den privaten Krankenkassen empfiehlt es sich immer einen Kostenvoranschlag einzureichen, damit die sichere Kostenübernahme garantiert ist.

Verhaltensregeln nach dem Entfernen eines  Weisheitszahnes:

Nach der Weisheitszahnentfernung gilt für alle Raucher absolutes Rauchverbot, um die Wundheilung nicht unnötig zu beeinträchtigen. Der vom Arzt eingebrachte Tupfer dient zur Kompression der Extraktionsalveole. Der Speichelzutritt in das Zahnfach wird verhindert, so dass sich ein stabiles Blutkoagulum ausbilden kann. Um eine dicke Backe zu vermeiden, sollte das Operationsgebiet gut gekühlt werden. Das Eis Pack sollte dazu nicht direkt auf die Haut gelegt werden, sondern in einen Waschlappen gelegt werden. Es ist darauf zu achten die Kühlungsintervalle nicht zu lange zu wählen. Auf Wärme ist zu verzichten. Saunabesuche sind kontraindiziert. Des Weiteren gilt direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. Körperliche Aktivität gilt es ebenso wie Kaffee, Tee, Milch und Alkohol zu vermeiden. Milchprodukte legen einen Eiweißschicht über Wundränder. Die Wundheilung wird somit verzögert. Sehr wichtig ist, dass nach dem Eingriff der Mund für ca. 48 Stunden nicht ausgespült wird, um zu vermeiden, dass Koagulum (=Blutpfropf) aus der Wunde gespült wird. Das Koagulum wirkt wie ein Wundverband auf den nun freiliegenden Knochen und dient zur Abwehr von eindringenden Bakterien. Des Weiteren stellt das Blutkoagulum die Leitstruktur für die Bildung des Knochens innerhalb der nun leeren Alveole (Zahnfach) dar. Durch da Koagulum ist eine suffiziente Infektionsabwehr vorhanden, die dem Patienten postoperativ zu einer schnellen Genesung verhilft.  Zerfällt das Blutkoagulum oder wird aus der dem Zahnfach ausgespült, kommt es zur postoperativen Komplikation der Alveolitis sicca.

Zusammenfassung der Verhaltensregeln nach einem zahnärztlich chirurgischen Eingriff

  • Fahren Sie nach einem operativen Eingriff nicht Auto. Lassen Sie sich abholen, fahren sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Taxi
  • Der nach der Operation eingebrachte Tupfer sollte noch weitere 30 – 40 min unter Druck in der Mundhöhle bleiben. Im Anschluss kann der Tupfer ausgespuckt werden.
  • Spülen Sie an den ersten beiden Tagen die Mundhöhle nicht gurgelnd aus. Das Blutkoagulum kann sonst gestört werden.
  • Putzen Sie nach wie vor die Zähne gründlich. Das Wundgebiet sollte allerdings in den ersten Tagen ausgespart bleiben.
  • Kühlen Sie die Wunde um Schwellungen zu verhindern. Coolpacks sollten nicht direkt auf der Haut liegen, sondern mit einem Waschlappen umhüllt werden. Kühlen Sie nicht länger als 30 Minuten am Stück. Machen Sie im Anschluss ca. 15 min Pause mit der Kühlung.
  • Rauchen Sie auf keinen Fall.
  • Nehmen Sie keinen Alkohol, keinen Kaffee, keinen Tee und keine Milchprodukte zu sich.
  • In den ersten drei Tagen ist jede Art von körperlicher Anstrengung zu vermeiden.
  • Schlafen Sie, wenn möglich, in einer leicht sitzenden Position.
  • Bei Nachblutungen beißen Sie unverzüglich auf eine Tupfer oder ein zusammengerolltes Taschentuch. Sind die Nachblutungen nicht zu stoppen, suchen sie unverzüglich einen Arzt auf.
  • Schmerzmittel der Wahl ist Ibuprofen, falls nicht anders verordnet und keine Kontraindikationen vorliegen. Von Aspirin ist wegen der Hemmung der Blutgerinnung abzusehen.
  • Falls Ihnen Antibiotikum verschrieben wurde, müssen Sie das Medikament genau wie verschrieben einnehmen. Bei Unverträglichkeiten auf das Antibiotikum müssen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt oder Zahnarzt in Verbindung setzen.
  • Halten Sie die Termine zur Nachkontrolle ein. Falls die Wunde genäht wurde, erfolgt die Nahtentfernung nach ca. 1 Woche.

Schwellung und Schmerzen sind nach jedem operativen Eingriff normal. Die Schwellung erreicht am 3. Tag ihren Höhepunkt. Das ist normal und kein Grund zur Besorgnis. Blaue Flecken, leichte Ohrenschmerzen und eingeschränkte Mundöffnung sind ebenfalls kein Grund zur Sorge.

Ob die Einnahme von Antibiotikum notwendig wird, wird der Arzt in jedem speziellen Fall neu bewerten.

Arnica Globuli bei Operation Mund / Kiefer

Arnica Globuli gelten in der Homöopathie als wichtiges Mittel gegen Schwellung bei chirurgischen Eingriffen. Es unterstützt die Wundheilung, wirkt abschwellend und fördert die Bildung des Blutkoagulums. Es ist dabei ratsam, Arnica schon einen Tag vor der Operation einzunehmen. Fragen Sie hierzu ihren Homöopathen oder Apotheker (siehe Homöopathie zur Wundheilung). Chirurgische Eingriffe sind nicht nur Zahnextraktionen. Auch Wurzelspitzenresektionen fallen in den Bereich von „Zahn – Operationen“. Aber auch die Explantation, sprich wenn ein bereits gesetztes Implantat wieder entfernt werden muss, fällt in das Gebiet eines operativen Eingriffs im Kiefer.

Mit der folgenden Dosierung haben wir besonders gute Erfahrungen gemacht. Sie müssen die Dosierung aber mit Ihrem behandelnden Homöopathen besprechen:

1 Tag vor OP:   Arnica C305 kgleinmalig
Am Tag der OP (30 Min. davor)Arnica C305 kgleinmalig
6 Tage lang nach der OPArnica C61 kgl3x täglich (morgens, mittags, abends)

Schmerzen NACH Weisheitszahnentfernung 

Schmerzen nach einer Zahnentfernung sind nichts Außergewöhnliches. Sollte der Zahn noch vollständig im Knochen liegen und nicht in die Mundhöhle durchgebrochen sein, muss der Zahn aus diesem heraus gefräst werden (Osteotomie). Patienten empfinden die Vibration des Knochenbohrers oft trotz Anästhesie als sehr unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Die Wundheilung wird nach einer Osteotomie in der Regel länger dauern als nach einer normalen Extraktion mit der Zange.

Schmerzen nach dem Entfernen von Weisheitszähnen sind im Oberkiefer  seltener als im Unterkiefer. Die bessere Durchblutung des Oberkieferknochens im Vergleich zum Unterkieferknochen ist eine Erklärung für dieses Phänomen. Das Entfernen von Fäden und die abschließende  Wundkontrolle finden in der Regel eine Woche  postoperativ statt. Es ist wichtig, dass Sie sich an die von Ihrem Arzt empfohlenen Verhaltensregeln halten (siehe oben).

Bei einer plötzlich auftretenden Blutung, die nicht durch den Aufbiss auf einen Tupfer oder ein Taschentuch gestillt werden kann, sollten Sie unverzüglich den zahnmedizinischen Notdienst aufsuchen. Das gleich gilt bei dem Auftreten von Fieber, Schüttelfrost und Schluckbeschwerden.

Eine sehr schmerzhafte Komplikation nach der Weisheitszahnentfernung, klassischerweise 3-4 Tage nach Operation auftretend, stellt die Alveolitis sicca dar. 

Komplikationen nach Weisheitszahnentfernung – Alveolitis sicca

Der Grund für die Schmerzen bei einer Alveolitis sicca ist der Zerfall des Blutkoagulums, welches die Leitstruktur für den neu wachsenden Knochen darstellt und den Knochen vor eindringenden Bakterien schützt. Das Blutkoagulum kann durch eingewanderte Bakterien zerfallen, aber auch übertriebenes Spülen der Mundhöhle durch den Patienten kann das Koagulum (Blutpfropf) aus der Alveole katapultieren. Ein erhöhtes Risiko für eine Alveolitis sicca haben Raucher oder Patienten mit Immunsuppression. Frauen scheinen statistisch öfter betroffen zu sein als Männer.

Für den Zahnarzt stellt sich die Extraktionswunde (Loch im Knochen nach Entfernung des Zahns) entweder leer dar, sprich, die Knochenwände sind zu sehen, oder der Hohlraum ist mit einer graugrünen Zerfallsmasse des Koagulums ausgefüllt. Klassisch ist der Foetor ex ore. Das bedeutet, dass die Patienten extrem aus dem Mund riechen.

Der Zahnarzt wird als erstes unter Lokalanästhesie das Wundgebiet reinigen und die Blutung wieder anregen. Als Drainage wird meist ein mit Medikamenten bestrichener Streifen eingelegt. Diese Tamponade wird anfangs täglich gewechselt, kann aber später auch ein paar Tage in situ bleiben und dient zur Stabilisierung des Blutkoagulums, zum Schutz des freiliegenden Knochens und dem Abfluss von Sekret.

Antibiotika im Rahmen der Entfernung von Weisheitszähnen

Von einem Antibiotikum kann in den meisten Fällen abgesehen werden. Zur Endokarditisprophylaxe ist ein Antibiotikum unerlässlich. Auch bei Risikopatienten, z.B. bei einer Immunsuppression, muss die Gabe von Antibiotika mit dem behandelnden Hausarzt erörtert werden. Wird ein Weisheitszahn in einem hoch akut entzündlichen Zustand entfernt, wird sich der Zahnarzt möglicherweise auch für die Gabe eines Antibiotikums entscheiden.

Mundspülung vor und nach Operationen

Prophylaktisch sollte jeder Patient vor einem operativen Eingriff mit 0,2% Chlorhexidin Mundspüllösung für 30 Sekunden gurgeln. Diese Mundspüllösung reduziert die bakterielle Flora in der Mundhöhle. Es kann von einer besseren postoperativen Wundheilung ausgegangen werden. Das Risiko der Entstehung einer Alveolitis sicca lässt sich durch das Spülen der Mundhöhle mit Chlorhexidin reduzieren.