Zahnschmerzen Ursachen

Grund für Zahnschmerzen 

Zahnschmerzen Ursachen

Ursachen für Zahnschmerzen sind nicht nur Karies und Wurzelbehandlungen. Ein strukturierter Überblick für den Grund von Zahnschmerzen, auch unbekannter Ursachen.

Ursachen und Arten von Zahnschmerzen

Die Ursachen für Zahnschmerzen sind unterschiedlicher Natur, weisen jedoch immer auf ein ernstzunehmendes Geschehen im Mundraum hin. Grundsätzlich lassen sich die bestimmte Kategorien mit ihren oft typischen Arten von Zahnschmerzen und typische Therapieansätze mit einer Empfehlung (siehe Zahnschmerzen was tun), wie in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt, beschreiben. Bitte suchen Sie bei allen Zahnschmerzen und Erkrankungen im Mundbereich baldmöglichst Ihren Zahnarzt zur Untersuchung auf.

UrsacheZahnschmerz-ArtenWas tun/ Behandlung
KariesZiehend / Heiß /kalt Empfindlichkeit
Süß / sauer Empfindlichkeit Schmerzfreiheit möglich
Karies entfernen, mit Füllung, Inlay, Teilkrone oder Krone versorgen; bei sehr tiefer Karies muss eventuell Wurzelkanalbehandlung eingeleitet werden; bei Zerstörung des Zahns kann das Entfernen des betroffenen Zahnes notwendig werden
Pulpitis (entzündeter Zahnnerv); 1, reversibelhoher ziehender Schmerz, vor allem durch Kälte auslösbarHäusliche Fluoridierung, Versiegelung durch den Zahnarzt, Kontrolle der Füllungshöhe durch den Zahnarzt, ca. 4 Wochen abwarten
Pulpitis (entzündeter Zahnnerv); 2, irreversibel„höllische“ Zahnschmerzen, Zahn erscheint zu hoch,enorme Berührungsempfindlichkeit, enorme Aufbissempfindlichkeit, Kälte lindert Schmerz, Wärme verstärkt den SchmerzWurzelkanalbehandlung muss eingeleitet werden, Zahn sollte anschließend mit Teilkrone oder Krone versorgt werden, nach zahnärztlicher Erstbehandlung deutliche Besserung zu erwarten
Abgestorbener Zahnnerv

Druckgefühl,
dumpfer, pochender Schmerz
puckender Schmerz, eventuell pulssynchron, abends schlimmer als morgens, unter Umständen „höllischer Schmerz“ mit Schwellung

Wurzelkanalsystem muss instrumentiert und gespült werden, bei Abszessbildung: Inzision, Schmerztabletten helfen,  Antibiotika meist nicht notwendig, rasche Wiedervorstellung beim behandelnden Arzt
Während Wurzelkanalbehandlung

Druckgefühl
Eventuell noch dumpfer, pochender Schmerz,
aufkeimende Schwellung und Verschlechterung des Zustands bei Behandlung eines pulpentoten Zahnes möglich

Wurzelkanal muss instrumentiert und gespült werden,

bei Abszessbildung: Inzision,

Schmerztabletten helfen, Antibiotika nur in Ausnahmefällen notwendig, rasche Wiedervorstellung beim behandelnden Arzt

Nach WurzelkanalbehandlungDruckgefühl3 Tage nach Wurzelkanalbehandlung abwarten, bei starken Beschwerden: kurzfristige Einnahme von Schmerztabletten, bei anhaltenden Schmerzen Wiedervorstellung beim behandelnden Arzt
Freiliegender ZahnhalsHeiß / kalt Empfindlichkeit
Süß / sauer Empfindlichkeit
Schmerz nur so lange Reiz präsent
Häusliche Fluoridierung, Verwendung von speziellen Zahnpasten, Verwendung von ACP Präparaten, Kontrolle des Putzverhaltens, Behandlung beim Zahnarzt mit Lacken, Desensibilisierung mit Laser
Nach FüllungHeiß / kalt Empfindlichkeit
Hoher, ziehender Schmerz
Kontrolle der Füllungshöhe beim Zahnarzt, bei tiefer Füllung: Versiegeln und abwarten (siehe reversible Pulpitis), bei Verdacht auf irreversible Pulpitis muss eine Wurzelkanalbehandlung eingeleitet werden
kurzfristig: Schmerztabletten
Bei Verdacht auf chemisches Trauma: Entfernung der Füllung
WeisheitszähneDumpfer, pochender, pulssynchroner Schmerz, Ohren- und Kopfschmerzen als Begleiterscheinung möglichEntfernung des Weisheitszahnes, Einnahme von Schmerztabletten, Antibiotikagabe muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden
Parodontose (richtig: Parodontitis)Pochender, dumpfer Schmerz, Schmerzfreiheit ebenso möglichSpülung mit Chlorhexidin,Reinigung des betroffenen Parodontalspaltes
Mundschleimhauterkrankungenhäufig brennend Schmerz, eventuell Schmerz bei scharfen Speisen auslösbar, Schmerzfreiheit möglichKontrolle beim Zahnarzt, eventuell Visite bei Dermatologen und/oder Mund-, Kiefer-  und Gesichtschirurg
Cranio-mandibuläre DysfunktionSpannungsschmerzen im Kopf-, Kiefer- und Nackenbereich, besonders der Kaumuskulatur und des Kiefergelenks, Allgemeinbefinden ist stark eingeschränkt, Tinnitus möglich, psychologischer Hintergrund ebenso möglich (sich durchs Leben beißen)Interdisziplinäres Vorgehen mit Zahnärzten, Orthopäden, Physiotherapeuten (oder Osteopathen), Schienentherapie

Zahnschmerzen wegen Karies

Karies ist oft Ursache für Zahnschmerzen und stellt die häufigste Erkrankung der Zahnhartsubstanz dar. Die Erkrankung ist als Infektion zu beschreiben, da sie mit einer Keiminvasion (Einwandern von Bakterien) in Demineralisationsdefekten des Zahnschmelzes einhergeht. Die Bakterienart Streptococcus mutans spielt eine herausragende Rolle bei der Entstehung von Karies. Bakterielle Stoffwechselprodukte (von den Bakterien in der Karies produziert) können durch die Dentinkanälchen die Pulpa stimulieren. Im Gehirn wird dies als Schmerz wahrgenommen.

Zahnschmerzen wegen einer Wurzelbehandlung

Eine Wurzelkanalbehandlung ist notwendig, wenn sich die Zahnpulpa (= Zahnmark) entzündet hat oder bereits abgestorben ist. Hauptursache für das Erkranken eines Zahnes sind Kariesbakterien. Aber auch ein Schlag, kieferorthopädische Behandlungen oder das Beschleifen eines Zahns für eine Krone (Präparationstrauma) können zum “Absterben” des Zahnnervs führen.

Ist der Nerv Zahnnerv entzündet, berichten Patienten meist von einem “hellen” Schmerz. Der Zahn ist noch nicht abgestorben, sondern entzündlich gereizt. Zahnärzte sprechen in diesem Fall von einer Pulpitis. Die Pulpitis ist der Fachbegriff für die Entzündung des Zahnnervs. Die Nervenentzündung kann reversibel oder irreversibel sein. Bei einer reversiblen Pulpitis muss vorerst keine Wurzelkanalbehandlung eingeleitet werden. Es besteht die Möglichkeit, dass sich der Zahnnerv “erholt”. Bei einer irreversiblen Pulpitis muss die Wurzelkanalbehandlung eingeleitet werden. Patienten haben bei einer irreversiblen Pulpitis oft besonders ausgeprägte Schmerzen auf “heiß”, während Kälte den Schmerz lindert.

Ist der Nerv eines Zahnes bereits abgestorben, ist der Schmerz meist dumpf und pulssynchron pochend. Im Liegen wird der Schmerz besonders stark wahrgenommen.

Zahnschmerzen nach einer Füllung

Nach einer neuen Füllung an einem bisher schmerzfreien Zahn Schmerzen zu bekommen, verunsichert Betroffene häufig. Doch für Zahnschmerzen nach einer neuen Füllung gibt es mehrere Ursachen. Hatte der Zahn beispielsweise eine tiefe Karies, die entfernt werden musste, kann der Zahn initial sehr empfindlich reagieren. Des Weiteren können Patienten häufig nach einer neuen Füllung nicht mehr eindeutig sagen, ob die Füllung die richtige Höhe hat oder ob die neue Füllung noch stört. Das lange Öffnen des Mundes während der zahnärztlichen Behandlung oder die Irritation durch die Betäubung haben häufig zur Folge, dass Patienten den “richtigen” Biss direkt nach dem Legen der neuen Füllung nicht mehr reproduzieren können. Eine zu hohe Füllung kann Zahnschmerzen auslösen. Der “zu hohe Zahn” bekommt zu viel Druck beim Kauen ab und wird überbelastet. Versagt die Klebung bei einer Kunststofffüllung berichten Patienten ebenfalls von ausgeprägten Schmerzen. In so einem Fall muss die Füllung nochmal entfernt werden. In der Regel wird als beruhigende Zwischeneinlage eine Zementfüllung gelegt, bevor erneut eine hochwertige Kompositfüllung inseriert wird.

Zahnschmerzen durch einen freiliegenden Zahnhals

Der herzhafte Biss ins Eis oder ein Schluck heißer Kaffee kann bei einem freiliegenden Zahnhals einen stark ziehenden Schmerz auslösen. Zähne mit freiliegenden Zahnhälsen können sehr empfindlich auf heiß und kalt bzw. süß und sauer reagieren. Wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht, ist ein Zahn nicht mehr vom schützenden Schmelz bedeckt und die Temperaturunterschiede werden durch die Dentinkanälchen direkt an den Zahnnerv übertragen. Zahnschmerzen können entstehen. Ursachen für freiliegende Zahnhälse sind beispielsweise die falsche Putztechnik, Knirschen (Bruxismus) oder eine Zahnfleischentzündung (Parodontitis).

Zahnschmerzen durch Weisheitszähne

Zahnweh bei Weisheitszähnen lässt sich als sogenannte Schlupfwinkelinfektion beschreiben,  die im Unterkiefer deutlich häufiger vorkommt als im Oberkiefer. Das Missverhältnis zwischen Zahn- und Kiefergröße bedeutet für den Zahn ein Durchbruchshindernis. Der Zahn bleibt somit teilweise von Schleimhaut bedeckt; man spricht von einer sogenannten Schleimhautkapuze.  Der Zahndurchbruch ist gestört. Im Fachjargon spricht man von einer Perikoronitis. Speisereste und Bakterien können sich zwischen Zahn und Schleimhaut sammeln und zu einer akuten oder chronischen Entzündung führen. Betroffene berichten von einem pulsierenden bzw. puckernden Schmerz, der  mit Kopf- und Ohrenschmerzen einhergehen kann.

Zahnschmerzen durch eine Zahnfleischentzündung

Die Parodontitis ist die Entzündung des Zahnhalteapparates. Der Zahnhalteapparat (=Parodontium) verankert den Zahn im Knochen. Der Zahn ist keineswegs im Knochen eingewachsen, sondern durch dünne Fasern (= Desmodont) im Knochen „aufgehängt“. Von einer Parodontits spricht man, wenn nicht nur das Zahnfleisch (Gingivia) entzündet ist, sondern auch  die Fasern (das Desmodont), die den Zahn im Knochen aufhängen. Eine Parodontitis kann langfristig mit dem Verlust von Knochen und Fasern einhergehen und die Stabilität des Zahnes im Kiefer beeinträchtigen.

Schmerzen an der Mundschleimhaut

Nicht nur die Zähne können in der Mundhöhle Schmerzen bereiten. Auch die Mundschleimhaut kann schmerzen. Wer kennt das nicht? Eine Aphte, die beispielsweise beim Essen sehr brennt, eine Herpesinfektion, die richtig schmerzt. Aber auch der Pilzbefall ist zu erwähnen. Dieser verläuft allerdings in der Regel beschwerdefrei und zeichnet sich durch einen abwischbaren weisslichen Belag auf der Mundschleimhaut aus. Wenn Sie selbst eine Mundschleimhautveränderung entdecken, sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen.

Schmerzen im Rahmen von CMD

Cranio-mandibuläre Dysfunktion versteckt sich hinter der Abkürzung CMD. Patienten klagen über Kieferschmerzen in einer Kombination aus Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Ohrenschmerzen (Tinnitus möglich). Kurzum: Der Begriff vereint alle Probleme im Kopf-Hals-Bereich. Das Kiefergelenk nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein: Oft knackt es im Kiefergelenk oder Patienten klagen über Schmerzen bei der Mundöffnung. Das reine Kiefergelenksknacken oder Beschwerden ist aber nicht per se behandlungsbedürftig.

Zahnschmerzen bei Erkältung

Eine Erkältung kann grundsätzlich auch mit Zahnschmerzen einhergehen. Gerade im Oberkiefer reichen die Zahnwurzeln der Backenzähne sehr nahe an die Kieferhöhle. Durch diese anatomische Nähe kann sich eine Entzündung der Kieferhöhle (Sinusitis) bzw. der Nasennebenhöhlen auf die Zähne auswirken. Auf alle Fälle sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen, um untersuchen zu lassen, ob der Zahn wirklich wegen der Erkältung schmerzt und drückt, oder der Zahnschmerz eine andere Ursache hat.

Systemische Ursachen von Zahnschmerzen

Die Mundgesundheit hat signifikanten Einfluss auf den restlichen Körper. Eine Parodontitis erhöht das Risiko für Arteriosklerose und sogar Frühgeburtlichkeit wird in diesem Zusammenhang diskutiert. Umgekehrt spiegelt sich beispielsweise auch eine HIV Infektion, entzündliche Darmerkrankungen, wie z.B. Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa, und die Nebenwirkungen von Medikamenten in der Mundhöhle wieder. Hier ist meist das Zahnfleisch betroffen. Reflux und Bulimie greifen durch die Säure die Zahnhartsubstanz an.

Zahnschmerzen bei Kindern

Zahnschmerzen sind bei Kindern keine Seltenheit und besitzen einige typische Ursachen. Auch Kinder haben Karies. Zu viel Zucker und eine unzureichende Mundhygiene schadet den Milchzähnen genauso wie den bleibenden Zähnen. Die regelmäßige zahnärztliche Kontrolle ist zum Schutz der Milchzähne besonders wichtig. 

Stürze beim Spielen und Raufen können die Frontzähne schädigen und weitreichende Folgen haben, besonders, wenn ein bleibender Zahn betroffen ist. Ein Frontzahntrauma bereitet mitunter starke Schmerzen. Ob das eingerissene Zahnfleisch, der Schreck oder der Zahn die Beschwerden verursachen, muss der Zahnarzt beurteilen. Ausgeschlagene Zähne und Zahnstücken sollten idealerweise in einer Zahnrettungsbox bis zum Zahnarzttermin aufbewahrt werden.

 Auch Babys kämpfen schon mit dem lästigen Zahnschmerz. Wenn die ersten Zähnchen durchbrechen, drückt und juckt es im Kiefer. Hier brauchen die Eltern starke Nerven und einen Kinderarzt, falls der Zahndurchbruch mit hohem Fieber und zu starkem Durchfall assoziiert ist.

Zahnschmerzen während einer Schwangerschaft

Oft leiden Schwangere an einer Zahnfleischentzündung. Dies ist die sogenannte Schwangerschaftsgingivitis. Durch den umgestellten Hormonhaushalt der Schwangeren ist der Körper auf Gewebeproliferation (= Gewebewachstum) programmiert. In der Mundhöhle ist das Zahnfleisch von der Gewebeproliferation betroffen. Klinisch stellt sich die Schwangerschaftsgingivitis wie eine starke Zahnfleischentzündung dar. Diese ist mit Blutung assoziiert und kann mit Schmerzen verbunden sein.




7 Kommentare zu “Zahnschmerzen Ursachen”

  1. Hallo Frau Dr. Schabel,
    ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich hier genau richtig bin – aber ich frage einfach mal…
    Ich habe vor 9 Wochen einen Fußschlag ins Gesicht beim Kampfsporttraining bekommen (unten rechts am Kinn) und habe mir durch den “Aufbiss” am 23,33,32 Eckchen abgeschlagen. Ich war zwei Tage später bei meinem ZA, er hat die Kanten geglättet, eine Röntgenaufnahme gemacht (auf der soweit nichts beunruhigendes ersichtlich war)und ich bin mit dem Hinweise, dass ich 3-4 Wochen meine Zähne schonen soll wieder gegangen. (Zu diesem Zeitpunkt hat an sich nichts wehgetan). Auf einmal spürte ich meinen linken oberen Schneidezahn und kann nichts abbeißen (selbst Bananen oder Milchschnitte ist mehr wie unangenehm). Ich war 5 Wochen später nochmal beim ZA und die Zähne wurden abgeklopft und auf Kälte geprüft – soweit so gut. Es würde eben seine Zeit dauern. Wie gesagt der Unfall ist jetzt heute 9 Wochen her und ich kann allerdings immer noch nichts abbeißen, da mir jetzt der linke obere große Schneidezahn schmerzt. Ich spür ihn eigentlich die ganze Zeit… mal ein Wummern, mal ein Ziehen, kein klassischer Zahnschmerz an sich – natürlich horche ich auch in mich rein aber es ist wirklich nicht möglich es zu ignorieren. Haben Sie einen Rat für mich? Viele Grüße und Danke schon mal Yvonne

    • Dr. Anja Schabel:

      Hallo Yvonne,
      Sie beschreiben ein klassisches Zahntrauma. Ein Zahntrauma kommt in der Regel durch Gewalteinwirkung auf einen oder mehrere Zähne zustande.
      Wenn ich Ihre Beschreibung richtig interpretiere, ist es durch den Fußschlag nur zu einem minimalen Verlust von Zahnhartsubstanz gekommen. Des Weiteren waren die Zähne zu keinem Zeitpunkt locker und reagierten regelrecht auf die Vitalitätsprobe. Darüber hinaus konnte auch auf den Röntgenbildern kein Bruch oder ähnliches festgestellt werden. Ohne klinische Kontrolle können wir leider nur sehr allgemein antworten, da uns unbekannt ist wie viel genau von den Zahnecken abgebrochen ist. Des Weiteren ist es für den Kliniker immer schwer zu beurteilen wie stark die Krafteinwirkung war. In Ihrem Fall ist von einer Konkussion (Erschütterung) auf den/die betroffenen Zähne auszugehen. Die Zähne müssen weiterhin klinisch und röntgenologisch untersucht werden. Ein enger Recall ist sinnvoll.
      Im Rahmen von Zahntraumata können Wurzekanalbehandlungen notwendig werden. Der Zahnnerv kann durch den Schlag nachhaltig verletzt worden sein und absterben. In diesem Fall treten oft pochende, puckernde Zahnschmerzen auf und Patienten klagen darüber den betroffenen Zahn zu “spüren” und nicht mehr richtig “benutzen” zu können. Die Vitalität reagiert negativ und auf den Röntgenbilder können an der Wurzelspitze eventuell schon Unregelmäßigkeiten sichtbar werden.
      Der “dental trauma guide” empfiehlt eine röntgenologische Kontrolle nach 4 Wochen, nach 4-6 Wochen und nach einem Jahr. Bei persistierenden Zahnschmerzen sollten Sie sich in regelmäßigen Intervallen bei Ihrem Zahnarzt vorstellen.

  2. Guten Abend,

    Ich habe mir den Beitrag gut durchgelesen und werde in meinem Fall noch immer nicht ganz schlau.
    Ich hatte vor 3 Tagen meine erste Brücke im rechten Unterkiefer erhalten, welche einen Zahn ersetzen soll, also drei Kronen. Dieser ist jetzt sehr kälte/Hitze/Süß empfindlich. Kommt dieser Schmerz vom Zahnfleisch ? Weil zum abgeschliffenen Zahnstumpf kann ja gar nichts drannkommen. Oder?

    Desweiteren habe ich eine Amalganplombe linker Oberkiefer auf Komposite wechseln lassen, dieser Zahn war zuvor ebenfalls Hitze/Kälte/Klopfempfindlich, nach der neuen Füllung ist er es noch stärker. Ist das normal? Etwas Karies musste unter der alten Amalganplombe auch entfernt werden.

    Ich Danke für Ihre Antwort,
    P. Weninger

    • Dr. Anja Schabel:

      Hallo Petra,
      nein, das Empfinden von kalt-heiß-süss kommt nicht vom Zahnfleisch. Diese “Zahnschmerzen” werden vom Zahn weitergeleitet. Der Zahnstumpf ist zwar von der Brücke bedeckt, allerdings liegt durch das Beschleifen der Zähne für die Brücke viel Dentin frei und dies kann weh tun. Bei einem gesunden Zahn liegt kein Dentin frei. Dieser wird durch den Zahnschmelz vor Überempfindlichkeiten geschützt. Wie schmerzhaft freiliegendes Dentin sein kann, wissen Patienten, die freiliegende Zahnhälse haben und bei denen unter Umständen jedes Eis oder jedes kalte bzw. heisse Getränk Zahnschmerzen verursachen kann . So können Zähne beispielsweise auch nach dem Zementieren der Brücke noch schmerzhaft reagieren. Die Begründung für dieses Schmerzphänomen liegt in einer Reaktion auf das Zement oder den Kleber, mit dem die Brücke befestigt wurde. In der Regel sollte sich der Zahnschmerz in den kommenden Tagen legen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist es wichtig, dass der behandelnde Zahnarzt die neue ZE-Versorgung nochmals kontrolliert.
      Im Rahmen des Austauschs einer tiefen Amalgamfüllung kann es beim Entfernen von unter der Füllung liegender Karies ebenfalls zu Irritationen des Zahnnervs kommen. Der Zahn ist “beleidigt”. Sollten sich die Zahnschmerzen nicht geben bzw. sich sogar verschlechtern, kann es notwendig werden eine Wurzelkanalbehandlung einzuleiten. Lesen Sie hier mehr über Karies http://www.zahnschmerzen.net/ursachen/karies/ . Weitere Informationen zur Wurzelkanalbehandlung könne Sie hier http://www.zahnschmerzen.net/ursachen/wurzelbehandlung/ nachlesen.
      Ich hoffe, wir konnten Ihnen weiterhelfen.
      Gute Besserung

    • Dr. Anja Schabel:

      Hallo Frau Weniger,

      auch Zähne, die mit einer Krone versehen wurden ,können Zahnschmerzen auslösen. Nur abgestorbene Zähne oder Zähne, die eine Wurzelbehandlung bekommen haben, verlieren das Empfinden auf kalt-heiß-süß. Der Zahnschmerz auf Kälte, Wären oder Süßes wird durch den Zahnnerv im inneren des Zahnes ins Gehirn weitergeleitet. Hier können Sie sich über den Aufbau http://www.zahnschmerzen.net/zahnschmerz/ eines Zahnes informieren. Werden Zähne für eine Brücke oder Krone beschliffen, werden Sie geschwächt. Die schützende Schmelzschicht und Teile des Dentins des Zahnes müssen entfernt werden, um dem Zahntechniker die Möglichkeit zu geben eine Brücke konstruieren zu können. Für die Zähne stellt das Entfernen der Zahnhartsubstanz (Schmelz und Dentin) eine Art Trauma dar. Anfängliche Überempfindlichkeiten sind nichts ungewöhnliches und beruhigen sich meisten in den fortlaufenden Wochen. Sollte die Zahnschmerzen stärker werden, empfiehlt es es sich den behandelnden Zahnarzt aufsuchen. In diesem Fall könnte es sein, dass der Zahnnerv durch eine vorher bestehende tiefe Karies oder durch das Beschleifen des Zahnes für die Krone/Brücke/Füllung zu sehr gereizt wurde und eine Wurzelbehandlung eingeleitet werden muss. In diesem Artikel http://www.zahnschmerzen.net/ursachen/wurzelbehandlung/ können Sie sich ausführlich zum Thema tiefe Karies und Wurzelbehandlung informieren.

      Generell gilt immer, dass Zähne durch eine tiefe Karies oder durch das Entfernen von Zahnsubstanz empfindlich werden können. So auch in dem von Ihnen beschriebenen Füllungsaustausch.
      Bekommen Patienten nach einer neuen Füllung Zahnscherzen sind Betroffene häufig verunsichert. Doch für Zahnschmerzen nach einer neuen Füllung gibt es mehrere Ursachen. Hatte der Zahn beispielsweise eine tiefe Karies, die entfernt werden musste, kann der Zahn initial sehr empfindlich reagieren. Des Weiteren können Patienten häufig nach einer neuen Füllung nicht mehr eindeutig sagen, ob die Füllung die richtige Höhe hat oder ob die neue Füllung noch stört. Das lange Öffnen des Mundes während der zahnärztlichen Behandlung oder die Irritation durch die Betäubung haben häufig zur Folge, dass Patienten den “richtigen” Biss direkt nach dem Legen der neuen Füllung nicht mehr reproduzieren können. Eine zu hohe Füllung kann Zahnschmerzen auslösen. Der “zu hohe Zahn” bekommt zu viel Druck beim Kauen ab und wird überbelastet. Versagt die Klebung bei einer Kunststofffüllung berichten Patienten ebenfalls von ausgeprägten Schmerzen. In so einem Fall muss die Füllung nochmal entfernt werden. In der Regel wird als beruhigende Zwischeneinlage eine Zementfüllung gelegt, bevor erneut eine hochwertige Kompositfüllung inseriert wird.
      Wir wünschen Ihnen gute Besserung.

  3. Karin Ostertag:

    Guten Abend!
    Ich habe seitlich vor drei Wochen die alte Zementfüllungen durch Kompositfüllungen auswechseln lassen.
    Seltsamerweise fingen dumpfe und doch stärkere Aufbisschmerzen erst nach zwei Wochen an- da sie noch nicht so stark sind, und ich schon in vier Tagen einen Zahnarzt Termin habe, warte ich noch ab. Zu diesem Termin wollten wir – der Arzt – die obere Reihe der alten Zementfüllungen rausholen und neue Komposita hinein.
    Nun bin ich im Zweifel, ob das noch passt? Ob ich nun doch wieder aufs Amalgam zurückgreifen soll?
    Fürs erste scheint der Nerv oder das Mark gereizt. Ich kann kaum zuweisen und abends wird schlimmer.
    Soviel ich verstanden habe, falls nicht besser wird, ist eine Wurzelbehandlung notwendig… wie lange ist gut abzuwarten…. das Wochenende steht bevor…. auf den Schmerz hören denk ich mir.
    Nun da diese Füllung ja auch ganz schön teuer sind, wollt ich doch gerne zu der Ärztin, die es gemacht hat… Vermutlich war oder ist da schon viel Karies gewesen, denn es hat trotz der Spritzer stellenweise schon weh getan beim Bohren.
    Kann das sein, dass dies ein Hinweis darauf ist, dass es schon vorher am Zahnnerv Probleme gab?
    Was empfehlen Sie mir? Neuerliche Kompositfüllungen will ich unter diesen Umständen nicht….
    Obwohl ich vor vier Wochen eine rausgefallene alte Zementfüllung durch Komposit ersetzt gekriegt hat und dort an der Stelle keinerlei Probleme habe -was eine Allergie ausschließen könnte, oder?
    Nun ja, schritt für schritt meine ich.
    Generell eine Frage, weil ich darüber gelesen habe – stimmt es, dass im Seitenzahnbereich, wo die Backenzähne dickere Füllungen brauchen die Kompositfüllungen keine gute Lösung sind?
    Vielen Dank

    • Dr. Anja Schabel:

      Hallo Frau Ostertag,
      vielen Dank Für Ihre ausführliche Beschreibung. Leider kann es passieren, dass Patienten ohne Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen und mit Zahnschmerzen die Zahnarztpraxis verlassen. Für betroffene Patienten ist das immer sehr ärgerlich, leider kann es von uns Zahnärzten nicht verhindert werden.
      In ihrem beschriebenen Fall, würde ich zuerst an zwei mögliche Ursachen denken, die den Zahnschmerz verursachen können. Zum einen, das haben Sie ja bereits beschrieben, weil unter der alten Zementfüllung eine Karies war und der Zahnnerv nun gereizt ist. Zum anderen könnte es sich bei Ihrem Schmerz am Zahn auch um ein so genanntes Klebetrauma handeln. Trifft ersteres zu, ist der Zahn momentan “beleidigt”. Hier http://www.zahnschmerzen.net/ursachen/wurzelbehandlung/ können Sie sich ausführlich zu dem Thema Pulpitis (Zahnnerventzündung) belesen. Des Weiteren kann es sein, dass die Klebung bei der Füllung nicht richtig funktioniert hat. In diesem Fall muss die Füllung erneuert werden. Ich persönlich würde es vorziehen, den schmerzenden Zahn zu Ende zu therapieren, bevor die neuen Komposit-Füllungen gelegt werden. Allerdings lautet meine Empfehlung die Kollegin anzurufen, um Sie vorab zu informieren, dass Sie erst den schmerzenden Zahn behandelt haben möchten bevor weitere Zähne mit neuen Kunststofffüllungen versorgt werden. Auf Ihre Frage, ob Komposit-Füllungen im Seitenzahnbereich indiziert sind, kann ich nur mit einem jein antworten, entscheidend ist immer die Größe der Füllung. Das Material, das sich durch die höchste Biompatibilität auszeichnet, ist sicherlich Keramik. Vollkeramikrestaurationen sind allerdings sehr Kostenintensiv. Und auch der gestiegene Goldpreis ist schlägt sich in den Kosten für Goldrestaurationen nieder. Eine pauschale Antwort lässt sich auf die Frage, was generell für Seitenzähne das beste Material ist nicht geben. Bei kleinen Defekten am Seitenzahn ist sicherlich auch Kunststoff das “beste” Material, da es eine sehr minimal invasive substanzschonende Bohrung zulässt.
      Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen paar Zusammenhänge erklären,
      A. C. Schabel

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